Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2022

Tomás Saraceno: In Orbit, K21 Düsseldorf
Im Sommersemester 2022 biete ich folgende Lehrveranstaltungen in der Siegener Medienwissenschaft an:

  • Einführung in die Medienwissenschaft 2
    Unisono | Moodle
  • Internetgeschichte und Web History
    Unisono | Moodle
  • Akteur-Netzwerktheorie und Akteur-Medien-Theorie
    Unisono | Moodle
  • Medien- und Kulturtheorie der Digitalität |
    Media and Cultural Theory of Digitality

    GEÖFFNET FÜR UKRAINISCHE STUDIERENDE IM RAHMEN DES FLUCHT-CURRICULUMS | OPEN FOR UKRAINIAN STUDENTS
    Unisono | Moodle

Die Lehrveranstaltungen finden in Präsenz statt. Worum geht es in den Seminaren?

Einführung in die Medienwissenschaft 2
Das Seminar dient der Einführung in grundlegende und aktuelle Ansätze der Medienwissenschaft sowie ihrer wissenschaftlichen Arbeitsweisen.
Erstens bietet die Lehrveranstaltung einen historischen und systematischen Überblick über verschiedene Ansätze der Medienwissenschaft, und verschafft Studierenden damit inhaltliche Ankerpunkte für ihr weiteres Studium und eine grundlegende medientheoretische Kompetenz. Zweitens befähigt das Seminar Studierende dazu, verschiedene Ansätze der Medienwissenschaft ihren Phänomenen, Objekten, Methoden, Konzepten und ihrem Erkenntnisinteresse nach einzuordnen und zu bewerten. Drittens vermittelt die Lehrveranstaltung grundlegende wissenschaftliche Arbeitstechniken und fachspezifische Arbeitsweisen, und initiiert eine medienwissenschaftliche Reflektion derselben.

Internetgeschichte und Web History
Was war das World Wide Web? Das Seminar vermittelt die grundlegenden Elemente digitaler Mediengeschichte und Mediengeschichtsschreibung, mit einem Schwerpunkt auf der Geschichte des Internets und des World Wide Webs. Besondere Aufmerksamkeitgilt den Übergängen zwischen History of Computing und History of Networking, denn die Kombination von Rechentechnik und Telekommunikation macht den grundlegend soziotechnischen Charakter digital vernetzter Medien aus. Vor diesem Hintergrund werden die sozialen, ökonomischen und kulturellen Bedingungen von Digitalisierung und Vernetzung fallbezogen diskutiert. Ein Schwerpunkt liegt auf der nordamerikanischen und europäischen Geschichte, aber auch auf der globalen Verbreitung und Aneignung des Netzes der Netze bis zum Anfang der 2000er Jahre. Hierzu werden wir im Seminar Quellen gemeinsam lesen und kritisch einschätzen lernen. Englischkenntnisse werden sehr empfohlen.

Akteur-Netzwerktheorie und Akteur-Medien-Theorie
Die Akteur-Netzwerk-Theorie hat sich in den letzten zehn Jahren in der Medienwissenschaft fest etabliert – zu einem Zeitpunkt, als die meisten ihrer Protagonistinnen und Protagonisten die ANT weitgehend hinter sich gelassen hatten. Die klassischen Texte der Akteur-Netzwerk-Theorie, die wir uns in diesem Seminar gemeinsam erschließen werden, stammen jedoch v.a. aus den 1980er und 1990er Jahren. War ihre verspätete und zunächst auf Bruno Latour fixierte Rezeption in der Medienwissenschaft ein – glücklicher – wissenschaftshistorischer Zufall oder folgt sie einer eigenen Logik? Was lernen wir aus der verspäteten und verschobenen Aneignung, und wie muss Akteur-Netzwerk-Theorie unter digitalen Bedingungen neu gedacht werden? Welche Potenziale bietet sie für medienhistorisches, medienanalytisches und medientheoretisches Arbeiten?

Medien- und Kulturtheorie der Digitalität
Alle Welt redet von Digitalisierung. Die Medienwissenschaft aber interessiert sich vor allem für Digitalität, nachdem sich „das Digitale“ als Großkategorie nicht bewährt hat und die Differenz von analog und digital historisch geworden ist. Aber was verbirgt sich hinter dem Begriff der Digitalität? Wie kann man medien- und kulturtheoretisch mit ihm arbeiten? Was wird aus Praktiken, Techniken, Körpern und Mentalitäten, wenn sie in unterschiedlichen Graduierungen und Situationen durch Digitalität gekennzeichnet werden? Das Seminar diskutiert vor diesem Hintergrund zentrale Texte digitaler Medien- und Kulturtheorie. Die Lehrveranstaltung ist für Geflüchtete aus der Ukraine geöffnet und wird ggf. in Englisch durchgeführt.