Memory, Mind and Media

Cover Memory, Mind and Media

 

There is a new open access journal in the making, and I am glad to be part of its editorial board. Please check out the homepage of Memory, Mind and Media at Cambridge University Press. While its official launch date is 2022, first online articles will be published by mid-2021. The journal is edited by Andrew Hoskins (University of Glasgow, UK) and Amanda J. Barnier (Macquarie University, Australia).

Memory, Mind & Media (MMM) explores the impact of media and technology on individual, social and cultural remembering and forgetting. This agenda-setting journal fosters high-quality, interdisciplinary conversations combining cognitive, social and cultural approaches to the study of memory and forgetting in the digital era. The pervasiveness, complexity and immediacy of digital media, communication networks and archives are transforming what memory is and what memory does, changing the relationship between memory in the head and memory in the wild.

MMM offers a new home for a wide variety of scholars working on these questions, within and across disciplines, from history, philosophy, media studies, cultural studies, law, literature, anthropology, political science, sociology, neuroscience, psychology, cognitive and computational science and elsewhere.

The journal gives priority to submissions that are cross-disciplinary and/or interdisciplinary, experimental, agenda-setting and push the boundaries of existing knowledge and methods. The journal insists on jargon-free, plain English submissions to ensure a widely accessible forum for cutting edge work.

MMM is a high-quality, peer-reviewed journal, publishing online and Open Access. As a barrier-free Gold OA journal, a fee waiver system is in place for unfunded authors. You can submit your article using our online submission system here. General queries should go to memorycambridge@gmail.com.

The Practice Turn in Media Studies

Cover Connect and Divide The Practice Turn in Media Studies

 

“Connect and Divide” took a long time to be published, but now the book is finally here. Bringing practice theory/praxeology and media studies together seems like an endeavour that needs time for deliberation. My own contribution “How to Coordinate Digital Accounting? Infrastructuring Payment and Credit with the Eurocard” is a business history from the lost 1970s/1980s social world of an European credit card called the Eurocard. It focuses on practices of coordination, and combines these with a framework of thinking about practices of delegation, and registration/identification.

Within the volume’s long production time, the reproduction of images somehow took a strange trajectory. This is why I republish them in this blog post for your viewing and reading pleasure. And do not forget to check out the other excellent contributations to this publication of the German Research Foundation’s third Media Studies symposium! It is also the first time that this has been a transatlantic event. I am very grateful to have been a part of it. „The Practice Turn in Media Studies“ weiterlesen

Die Botschaft des InterNjet

Am ersten Oktober 1970 fiel die politische Entscheidung, kein gesamtsowjetisches Computernetzwerk aufzubauen. Die Geschichte dieses „InterNjet“ ist mittlerweile aus den USA heraus rekonstruiert worden, u.a. von Slava Gerovitch und Ben Peters. In Deutschland sind die sowjetischen Netzwerkprojekte und ihre Protagonisten Anatolij Kitov und Wiktor Gluschkow nur wenigen bekannt.

Mein Artikel zum 50-jährigen Nicht-Jubiläum ist heute in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen (30. September, S. N4, online bei faz.net). Die US-amerikanischen Arpanet-Entwicklungen hatten bereits im letzten Jahr ihren 50. Geburtstag. Im kommenden Siegener Seminar Medienkulturen des Kalten Krieges: „The Americans“ werden die digitalen Medientechnologien und kybernetischen Infrastrukturen auf – und zwischen – beiden Seiten des Eisernen Vorhangs analysiert.

egsvt_soviet_network_plan_1964
Karte des Einheitlichen Staatlichen Netzwerks von Rechenzentren EGSVT, Plan für das Jahr 1990. Datiert auf 1964 in Peters, Ben: How Not To Network a Nation: The Uneasy History of the Soviet Internet, Cambridge, MA/London 2016, S. 112.

Identifizieren: Theorie und Geschichte einer Medienpraktik

Cover Identifizieren: Theorie und Geschichte einer MedienpraktikRegistrieren, Identifizieren und Klassifizieren sind Praktiken, die in digitalen Kulturen kaum mehr zu trennen sind. Anhand der Mediengeschichte des Passes und der Kreditkarte geht der folgende Text der Frage nach, wie immer neue infrastrukturelle Kaskaden des Identifizierens entstehen und welche öffentliche Brisanz den entsprechenden Datenverarbeitungen innewohnt. Beim Identifizieren handelt es sich um eine ko-operative Medien- und Datenpraktik, an der stets mehr als eine Person beteiligt ist. Sie involviert von Anfang an menschliche Körper samt ihrer semiotischen Ressourcen und koppelt diese mit bürokratischen Aufschreibesystemen. Auch die neuesten digitalen Prozeduren greifen bevorzugt auf Gesichter und Fingerabdrücke zu: Biometrie versucht, den für das Identifizieren konstitutiven Abstand zwischen Konten, Körpern und Personen aufzuheben.

„Identifizieren: Theorie und Geschichte einer Medienpraktik“ ist in der Working Paper Series des Siegener Sonderforschungsbereichs Medien der Kooperation erschienen. Es handelt sich um einen Preprint des Wörterbucheintrags „Identifizieren“, der im dritten Band des „Historischen Wörterbuchs des Mediengebrauchs“ publiziert werden wird. Ich danke den Herausgebern Heiko Christians, Matthias Bickenbach und Nikolaus Wegmann für diese Möglichkeit. Entstanden ist der Text in und mit der Werkstatt Praxistheorie des SFBs. Wichtig war die Diskussion zur banal surveillance mit Asko Lehmuskallio, Paula Haara und Heiki Heikkilä während eines Aufenthalts in Tampere, Finnland. Jenny Berkholz, Sebastian Randerath und Tobias Conradi haben die Publikation des Working Papers dankenswerterweise mit möglich gemacht.

Über neue Wege und Ziele der Medienforschung

Logo Methodendebatte

Zur laufenden Debatte über Methoden der Medienwissenschaft habe ich einen Text zu neuen Wegen und Zielen der Medienforschung beigesteuert, der in der Zeitschrift für Medienwissenschaft erschienen ist. Alle Diskussionsbeiträge sind online einsehbar.

Meine Intervention  schlägt eine interdisziplinäre Verschiebung in der Debatte zu medienwissenschaftlichen Methoden vor: Die Medienkulturwissenschaft sollte sich neuen Formen theoretischer Empirie öffnen, wie sie international als „inventive, mixed, lively, mobile, digital methods“ diskutiert werden.

Open Access für „Die Verbundenheit der Dinge“

Mein Buch „Die Verbundenheit der Dinge: Eine Kulturgeschichte der Netze und Netzwerke“ liegt nun im Open Access vor. Die PDF-Datei der zweiten Auflage von 2016 kann über das medienwissenschaftliche Fachrepositorium media/rep/ aufgerufen werden. Großer Dank gilt neben Dietmar Kammerer  dem Kulturverlag Kadmos und Wolfram Burckhardt, die das Buch angesichts der Corona-Epidemie für den Open Access verfügbar gemacht haben. Bitte unterstützen Sie freie und unabhängige Verlage, die es momentan besonders schwer haben! Zum Beispiel mit dem Erwerb der Druckversion, die nicht nur zusätzlich über einen großen Farbteil verfügt, sondern einfach besser in der Hand liegt als ein PDF.

„Die Verbundenheit der Dinge“ hat 2020 den Übersetzungspreis von Geisteswissenschaften International erhalten. Das Buch wird 2022 in überarbeiteter Form als „The Connectivity of Things“ bei MIT Press erscheinen.

Bildtafeln zur Verbundenheit der Dinge

Happy Birthday, ARPANET!

Am 29. Oktober 2019 feiert das Arpanet seinen 50. Geburtstag. Mein Geburtstagsständchen zu dieser zweiten Mondlandung des Jahres 1969 ist in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen (23. Oktober, S. N4).

Alexander McKenzie (Bolt, Beranek and Newman): ARPANET-Topologie im Dezember 1969. Kreise verzeichnen die Interface Message Processors an UCLA, Stanford Research Institute, UCSB und der University of Utah. Rechtecke bezeichnen die angeschlossenen Computer XDS Sigma-7, XDS 940, IBM 360/75 und DEC PDP-10. Zeichnung, undatiert.

Materialität der Kooperation

Cover Materialität der Kooperation

Die Autorinnen der „Materialität der Kooperation“ fragen nach materiellen Bedingungen und Medienpraktiken der Kooperation – vor, während und über Situationen hinaus. Kooperation wird als ein wechselseitiges Zusammenwirken verstanden, das mit oder ohne Konsens, mit oder ohne Kopräsenz der beteiligten Akteure in verteilten Situationen vonstattengehen kann. Materielle Bedingung von Kooperation sind Medien als Artefakte, Körper, Texte, Bilder und Infrastrukturen. Sie ermöglichen, bedingen und figurieren wechselseitige Verfertigungen – und entstehen selbst durch Medienpraktiken in kooperativen Situationen.

VOR-SATZ

Materialität der Kooperation zur Einleitung
Sebastian Gießmann, Tobias Röhl

VOR DER SITUATION

„Harmony, not discord“. Kooperation im Büro der Larkin Company um 1900
Christine Schnaithmann

Schnittstelle Laderampe. Zur Infrastruktur des Schlachthofs
Christian Kassung

Version Control. Zur softwarebasierten Koordination von Ko-Laboration
Marcus Burkhardt

WÄHREND DER SITUATION

Über das Denken in Ko-Operationsketten. Arbeiten am Luftlagebild
Christoph Borbach, Tristan Thielmann

„Ein weiteres gemeinsames Medium zur Banken-Kooperation“. Der Fall der Eurocard
Sebastian Gießmann

Routinen des Kooperierens in der Kreativarbeit
Hannes Krämer

Schlussfolgern durch Skizzieren. „Kooperative“ Materialien des zeichnerischen Denkens
Sabine Ammon

Körper/Technik in Standby. Zur Bedeutung kooperativen Wartens für digitale Arbeit
Ronja Trischler

Strapping und Stacking. Eine Ethnografie der Suche nach einem neuen Medium
Götz Bachmann

ÜBER DIE SITUATION HINAUS

Transsituativität herstellen. Flugreisen und ihre Medien
Larissa Schindler

Spielarten der Trans-Sequentialität. Zur Gegenwartsdiagnostik gesellschaftlicher Problembearbeitungskapazitäten entwickelt aus Ethnografien staatlicher Verfahren
Thomas Scheffer

Ökologien medialer Praktiken
Petra Löffler

POST-SCRIPTA

Sozio-materielle Praktiken in irritierenden Situationen
Jörg Potthast

Die Irreduzibilität des technischen Könnens
Erhard Schüttpelz

Net Neutrality: Anatomy of a Controversy

There is no neutrality when it comes to net neutrality. Set up in the trenches between digital infrastructure and new media publics, net neutrality has become one of the defining controversies of internet governance, concerning fundamental questions regarding access, digital civil rights and the net’s affordances. A definition of net neutrality partly conceals its contested character, but as an artefact of an ongoing controversy, the Wikipedia entry provides some orientation:

“Net neutrality is the principle that governments should mandate Internet service providers to treat all data on the Internet the same, and not discriminate or charge differently by user, content, website, platform, application, type of attached equipment, or method of communication.” (Wikipedia 2018a)

Net Neutrality: Last Week Tonight with John Oliver (HBO), 1 June 2014. 
 https://www.youtube.com/watch?v=fpbOEoRrHyU; screenshot taken on 22 February 2018.
Net Neutrality: Last Week Tonight with John Oliver (HBO), 1 June 2014.
https://www.youtube.com/watch?v=fpbOEoRrHyU; screenshot taken on 22 February 2018.

By now, net neutrality is almost inseparable from other widely discussed trajectories of digitally networked media such as mass surveillance and censorship. Ever since it became an issue in itself, net neutrality is constantly under repair, flickering in and out with political changes and activist engagement.

Unlike policy-related papers, this article takes a different approach to the formation of net neutrality as a contested issue, with specific reference to US media publics. Along with Susan Leigh Star, I propose to understand it as a boundary object that has developed into a global “ideal type” (Star 1989, p. 49; Star and Griesemer 1989, p. 410). Boundary objects mediate between the informational requirements of heterogeneous social worlds (or publics). They aggregate different and even opposing viewpoints in a controversy without necessarily reconciling them. More specifically, as an “ideal-type” boundary object, net neutrality retains its interpretative flexibility for heterogeneous stake- holders from different social worlds (Pinch and Bijker 1987). It allows for different imaginations of how all data and “content” circulation should work on the internet. While an ideal-type boundary object “does not accurately describe the [technical, SG] details”, for example of non-discriminatory data package transmission and internet architecture, it is in fact “fairly vague” (Star and Griesemer 1989, p. 410).

Precisely because of its contested definition, net neutrality seems to be adaptable by all stakeholders for their purposes. This adaptability and interpretative flexibility is key to local appropriation and to the similar, yet not identical formations of net neutrality as an issue of public concern. Although there is no neutrality of stakeholders’ interests when it comes to net neutrality, even the most adversarial proponents will agree that the controversy deals with the question of how the internet should work as a global, yet techno-legally localised infrastructure. Obviously, there is no standardisation of related protocols that could ever deliver ‘real’ network neutrality. In producing an administrative and legal ideal type that is actually rather vague, the controversy is creating an abstraction from historical and actual infrastructural practice.

Want to know more? The whole text has been published within the book Infrastructuring Publics. Check out the SpringerLink PDF (and excuse the paywall), have a look at the preprint or drop me a line.