Theatre of Memory: Transdisziplinäres Symposium zur Neuronästhetik

Rauminstallation Sonapticon von Tim Otto Roth, Tieranatomisches Theater, Berlin 2024. Fotografie Sebastian Gießmann, CC-BY-SA
 
Mit dem Sonapticon von Tim Otto Roth wird Musik sprichwörtlich nervös: Ein ganzer Raum verwandelt sich in ein Netzwerk von interagierenden Tönen, die grundlegende Vorgänge in Nervenzellen widerspiegeln, die uns zu fühlenden und denkenden Wesen machen. Der begehbare, immersive Klangraum aus miteinander kommunizierenden Lautsprechern macht es nicht nur möglich, in die Netzwerkstruktur einzutauchen, sondern zugleich kann man mit dieser über Töne und Geräusche interagieren. Wenn man ein Gefühl für die Abläufe bekommen hat, dann lässt sich mit dem Sonapticon auf völlige neue Art und Weise musizieren – eine Musik, die eine Idee der kognitiven Prozesse gibt, die in ihrer Komplexität für uns nach wie vor ein Geheimnis bleiben.

Theatre of Memory:
Transdisziplinäres Symposium zur Neuronästhetik

Tagungsbericht [crossposting von imachination.net]
Berlin, 26. und 27. Januar 2024
In Kontext der Ausstellung des Sonapticon von Tim Otto Roth im Tieranatomischen Theater

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What’s Digital About Digital Media?

Cover Working Paper What's Digital about Digital Media?In this working paper we explore an alternative thread in the early development of media and medium as concepts: the origins of the idea of the storage medium in digital computing practices and communities of the 1940s and 1950s. While such practices were obscure at the time, they laid the technological foundation for today’s range of digital media. We discuss digitality as a feature of the practices used to read and write symbols from a medium, not a physical property of the medium itself.

We then move on to a discussion of the alphabet as itself digital, grounded in the work of Nelson Goodman. Engaging with the contributions of Matthew Kirschenbaum, we explore the limited interchangeability of representations between different encodings of the same symbols, connecting the purported immateriality of digitality to this actual fungibility of material representations.

This is a draft chapter of a book on “Defining Digitalities.” Comments are highly welcome!

Das neue Geld der Öffentlichkeit: Medienhistorisches Plädoyer für den digitalen Euro

Das neue Geld der Öffentlichkeit. Die Pläne der Europäischen Union für einen digitalen Euro bedeuten nicht das Ende des Bargelds, sondern die erstmalige Schaffung einer souveränen, sicheren Bezahlinfrastruktur. Ein medienhistorisches Plädoyer. Erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 20.9.2023, S. N4. Online unter faz.net.

Architecture of the Digital Euro, May 2023
Architekturvorschlag zum digitalen Euro, EZB, 26. Mai 2023 – „Digital euro – Prototype summary and lessons learned“

Test: Überleben, Intelligenz, Handlungsmacht und Zukünfte in der Testgesellschaft


 

„Keine Deskription eines Settings ist möglich oder sogar denkbar ohne die Vermittlung einer Prüfung; ohne eine Prüfung und eine Krise können wir noch nicht einmal entscheiden, ob es ein Setting gibt oder nicht – und noch weniger, wie viele Teile es beeinhaltet.“ Madeleine Akrich und Bruno Latour

Heft 29 der Zeitschrift für Medienwissenschaft fragt, wie sich Medien und Tests wechselseitig konstituieren. Besondere Aufmerksamkeit erfahren dabei Politiken des Testens. Die Beiträger*innen schlagen vor, Tests als offene Situationen zu verstehen, in denen mit teils etablierten, teils sich erst während des Testens etablierenden Maßstäben soziotechnische Bewertungen erfolgen und Entscheidungen getroffen werden. Für einen medienkulturwissenschaftlichen Begriff des Tests gilt: In den Mikroentscheidungen des verteilten und verteilenden Testens steht das Soziale selbst auf der Probe. Die versammelten Beiträge verdeutlichen: kein Test ohne Medien – kein Medium ohne Test.

Materiality of Cooperation

Cover Materiality of Cooperation
 
The volume investigates the socio-material dimension and media practices of cooperation – before, during and beyond situations. Cooperation is understood as reciprocal interplay operating with or without consensus, in co-presence or absence of the involved actors in distributed situations. Artefacts, bodies, texts and infrastructures are the media that make cooperation possible. They enable and configure reciprocal accomplishments – and are themselves created through media practices in cooperative situations.

Pre-Face

Materiality of Cooperation—An Introduction
Sebastian Gießmann, Tobias Röhl, Ronja Trischler

Before the Situation

What’s Digital About Digital Communication?

Cover Working Paper What's Digital About Digital Communication?Although the distinction between digital and analog was first made in the context of automatic computers, the concepts were quickly broadened to apply to media and communication systems of all kinds. This working paper continues work on both fronts by looking at the historical broadening of the concept of digitality to include non-numerical systems of representation such as those used to encode text and pictures. This conception underlies the ability of computers to deal with things other than numbers, but it has its roots in communications theory, most famously in the work of Claude Shannon.

In parallel with our historical description of the emergence of non-numerical conceptions of digitality we broaden our analytical treatment of digitality to encompass more historical technologies and reading practices: not only adding machines and punched cards, but also musical boxes, weaving systems, movable type, and even alphabets and hand gestures.

This is a draft chapter of a book on “Defining Digitalities.” Comments are highly welcome!

Protokollieren und Formatieren: Zur Mediengeschichte des credit reports

Der Beitrag folgt protokollarischen Schreibpraktiken, die zur Ausbildung der nordamerikanischen Kultur des Kreditgebens beigetragen haben. Er rekonstruiert die institutionelle und medienpraktische Entstehung des credit report im 19. Jahrhundert. Auf dessen narrativen und klassifizierenden Bewertungen von Kreditwürdigkeit beruht, so die These, die Konjunktur des prestigeträchtigen Bezahlens mit Kreditkarten im 20. Jahrhundert. Die protokollierenden Praktiken – in der Kreditauskunft, aber auch in der Registratur von Transaktionen – führen darin zur Ausbildung von fixierenden Karten- und Datenformaten und Standardisierungen. Diese werden wiederum für die Finanzmedieninteraktion protokollarisch, d.h. vorschreibend wirksam.

Erschienen im Open Access (PDF) in dem von Peter Plener, Niels Werber und Burkhardt Wolf herausgegebenen Buch Das Protokoll.

Bar oder mit Karte? Warum wir neue Infrastrukturen des Geldes brauchen [re:publica 23: CASH]

Banner der re:publica 2023, CASH
 
Bar oder mit Karte? Oder doch per App oder Krypto-Wallet bezahlen? Wenn es um’s Geld geht, fehlt in Deutschland soziale Fantasie, Innovations- oder gar Risikobereitschaft. Diesen Zustand nehme ich nicht länger hin und frage: Welchen digitalen Euro braucht unsere Zivilgesellschaft?

Keynote auf der re:publica 2023: 6. Juni, 16.45 Uhr, Stage 1.

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