Digitale Unabhängigkeit und monetäre Souveränität jetzt! Wie wollen wir in Europa bezahlen?

Keyvisual re:publica26 Never Gonna Give You UpDigital unabhängig, monetär souverän und technisch auf dem allerneuesten Stand: Europa braucht neue kooperative Infrastrukturen des Geldes. Wir diskutieren mit Euch, was wir als Zivilgesellschaft anhand der aktuellen politischen Bedingungen tun und fordern müssen.

Nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine zeigt es das offen hegemoniale Vorgehen der US-Regierung: Die aktuellen geopolitischen und ökonomischen Entwicklungen erfordern die europäische Unabhängigkeit digitaler Zahlungsinfrastrukturen. Ob Europa den digitalen Euro will, ist nicht mehr die einzige Frage. Sondern: Wie kann überhaupt das Halten und Bewegen von Geld hinreichend autonom, sicher und bürgernah ausgestaltet werden? Löst der digitale Euro – für den inzwischen erste Industrieaufträge vergeben wurden – das Problem fehlender monetärer Souveränität?

Die Philosophin Petra Gehring und der Medientheoretiker Sebastian Gießmann treten seit Jahren für eine bürgernahe Ausgestaltung digitaler Zentralbankwährungen ein. Nun lenken sie den Blick auf die Unabhängigkeitsfrage und diskutieren mit Euch, wie Forderungen an den digitalen Umbau der Finanzwelt real werden – angesichts der geopolitischen Lage Stand heute.

Das Kreditkarten-Buch: Geschichte und Theorie des digitalen Bezahlens

Patentzeichnung zur Freischaltung des Smartphones per biometrischer Identi kation des Gesichts. Apple, 2019.

Bar oder mit Karte? Oder doch mit App oder Blockchain? Sebastian Gießmanns rasante Geschichte der Kreditkarte führt uns in die verborgenen Welten des digitalen Bezahlens. Sie zeigt erstmals, wie unsere digitale Gegenwart in Nordamerika mit einer kleinen Plastikkarte begonnen hat, was Magnetstreifen und Chips eigentlich bedeuten und wie Europa einmal führend im digitalen Bezahlen werden konnte. Gießmann führt die Leser:innen elegant in die verschwiegene Innenwelt von Banken, Kreditkartenorganisationen und computerisierter High-Tech-Sicherheit. Er würdigt die Alltäglichkeit der Transaktion ebenso wie die irrwitzigen true crimes des Kreditkartenbetrugs.

Das Kreditkarten-Buch fragt nach der Wahrheit hinter den Werbeslogans, Firmenlogos und Fernsehspots. Wie wir bezahlen, ist politisch. Soziale Teilhabe und Differenz, Konsum, finanzielle Überwachung, die Zukunft des Bargeldes: Im digitalen Bezahlen steht nicht weniger auf dem Spiel als unsere ökonomische Identität.

Erscheint im März 2026 beim famosen Berliner Kulturverlag Kadmos. Eine Leseprobe ist auf der Verlagshomepage einsehbar. Please support your favorite independent publishers and bookstores! Threads zum Buch gibt es auf Mastodon und Bluesky.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte und Theorie des digitalen Bezahlens (1832−2014)
1.1 The Nothing Card – The Nothing App
1.2 Praktiken und Körper, Objekte und Infrastrukturen
1.3 Welche Geschichte des Bezahlens?

2 »Credit Card Nation«: Die Industrialisierung der Schulden in den USA
2.1 Anschreiben und Aufschieben
2.2 Kreditkarten ohne Plastik – und mit
2.3 Zur Etablierung von Visa und Mastercard

3 Standard und Automat, Zeitung und Fernsehen
3.1 Ein amerikanischer Standard: ANSI X4.13 und der Magnetstreifen
3.2 Am Geldautomaten
3.3 Wie man mit Kreditkarten betrügt
3.4 Werbespot und Fernsehserie

4 Europas Ringen um die Zahlungssysteme
4.1 Papier oder Plastik?
4.2 Der Fall der Eurocard
4.3 Chip um Chip: Smart Cards und EMV als globaler Standard
4.4 Mittelschichtenträume: Globalisierungen der Kreditkarte

5 Digitales Bezahlen im 21. Jahrhundert
5.1 Amazon, PayPal und das World Wide Web
5.2 Das iPhone, Apple Pay und »Network Tokenization«
5.3 Karten-Botschaften und die Zukunft des Bargelds

Frankfurter Buchmesse 2025

Am 17. Oktober lese ich um 13 Uhr auf der Frankfurter Buchmesse aus meinem kommenden Kreditkarten-Buch. Moderiert von Wolfram Burckhardt, dem Leiter des famosen Kulturverlags Kadmos. Mit großem Dank an die Kurt-Wolff-Stiftung für ihre LESEINSEL der unabhängigen Verlage. Support your independent book publishers and sellers! Wer nicht vor Ort sein konnte, kann gerne die Aufzeichnung auf YouTube anschauen.

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Das neue Geld der Öffentlichkeit: Wie gestalten wir den digitalen Euro?

Wir wollen mit Euch diskutieren! Über den digitalen Euro, seine Zukunft, seine Kontroversen, seine politische Philosophie, Medientheorie und Ökonomie. Alle Generationen brauchen digital cash. Aber wie gestalten wir als europäische Zivilgesellschaft ein neues Medium der Kooperation?

2025 wird ein entscheidendes Jahr für den digitalen Euro. Die Europäische Zentralbank steckt mitten in der Vorbereitungsphase für diese neue Form des Bargelds. Währenddessen stockt der nötige politische Prozess in Brüssel. Dabei ist das Projekt immer noch vielen Bürger:innen unbekannt: Im Juni 2024 wussten 59 Prozent der Deutschen nichts über die digitale Zentralbankwährung. Und wer schon davon gehört hat, vermutet vieles – angefangen bei der (keinesfalls geplanten) Abschaffung von Schein und Münze, befürchteter finanzieller Überwachung bis zur Einführung einer europäischen Kryptowährung.

Wenn wir ein neues Geld der europäischen Öffentlichkeit bis 2028 realisieren wollen, braucht es deshalb vor allem: mehr zivilgesellschaftliche Aufmerksamkeit für die digitale Zentralbankwährung, mehr und genaueres Wissen, mehr Deliberation und zivilisierten Streit, mehr Kooperation, kollektives Vorstellungsvermögen und politischen Willen. Die Philosophin Petra Gehring und der Medientheoretiker Sebastian Gießmann debattieren mit Euch, wie wir den digitalen Euro unter den aktuellen Bedingungen für alle Generationen gestalten können, und müssen.

26. Mai 2025
STATION Berlin
Stage 3
13:45-14:15 Uhr

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