
Die von mir im Kapitel „Internetgeographie“ des Handbuchs Mediengeographie vorgenommene Rekonstruktion internetkartographischer Praktiken folgt einem historischen Verlauf, der erstens bei den Kartierungen des ARPANETs beginnt und zweitens die vertikale Schichtung der Internetarchitektur diskutiert. In einem dritten Schritt widmet sich der Text den Cybergeographien der 1980er und 1990er Jahre. Die Kartierung und Indexierung des World Wide Webs durch Suchmaschinen wird in einem vierten Schritt fokussiert.
Ein fünfter Abschnitt widmet sich dem Web 2.0 und den daraus hervorgehenden Social-Media-Kartierungen, die primär Datenströme zwischen großen Plattformen rekonstruieren. Mit dem sechsten Schritt wird nach der transformativen Kraft maschinellen Lernens und großer Sprachmodelle gefragt, die meist als ‚Künstliche Intelligenz‘ verstanden werden.
Abschließend geht es siebtens um den aktuellen Stand der Internetkartographie und kritische Mappings von Daten und Netzwerken. Systematische Aspekte – etwa den Zusammenhang von Daten, Statistik und Netzinfrastruktur, die Relation zwischen Netzwerkprotokollen, geschichteter Netzarchitektur und Datenströmen, aber auch die Wechselspiele zwischen Topografie und Topologie – werden zudem anhand von Fallbeispielen erläutert.
Erschienen als Beitrag zum Handbuch Mediengeographie, Baden-Baden: Nomos 2026, S. 217–241.
