Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2018

Medien-Gutscheine in einer Drogerie, 2018Es wird ein aufregendes Sommersemester: Im Bachelor werden aus den Siegener „Einführungen in die Medienwissenschaft“ nun thematische Seminare. Der Einführungskurs ist ein Kunststück für sich, denn er muss die handwerklichen Dinge mit der inhaltlichen Diskussion verbinden. Ziel ist das Schreiben der ersten eigenen wissenschaftlichen Hausarbeit, mit allem was dazugehört: Eine Fragestellung finden, Material generieren und sortieren, Schreiben.

Im Master unterrichte ich „Theorien des Geldes“ – ein Kurs, auf den ich mich wirklich sehr freue. Denn man kann sagen, dass dieser klassische Gegenstand der Medien- und Kulturtheorie in den letzten Jahren wenig Aufmerksamkeit im Fach erfahren hat. Ausnahmen wie Jens Schröters und Anna Echterhölters Arbeiten bestätigen hier eher die Regel. Auch aus diesem Grund versucht das Seminar ein Update in Richtung „digitales Geld“ – ohne vorauszusetzen, dass es dieses überhaupt gibt. Wie verstehen wir Geld im Zeitalter der Kryptowährungen?

Ebenfalls wieder für alle Master-Studierende geöffnet ist die „Werkstatt Praxistheorie“, in der aktuelle medien- und sozialtheoretische Fragestellungen mit prominenten Vortragsgästen diskutiert werden. Zu Gast sind im Sommersemester die Soziologin Silvia Gherardi, die Wissenschaftsforscherin Natasha Myers, die Kunsthistorikerin Ann-Sophie Lehmann und der Literaturwissenschaftler Carlos Spoerhase.

PS. Dieser Blogpost wird laufend aktualisiert.

Facebook verlassen

Ich werde Facebook nicht mehr nutzen und meinen Acccount löschen. Nachdem bekannt geworden ist, in welchem Ausmaß Facebook die Datenanalyse Dritter nicht verhindert, blieb mir keine andere Wahl. Hat Cambridge Analytica wirklich die US-Wahlen zugunsten Trumps entschieden? Das wird man nicht mit letzter Sicherheit feststellen können. Aber nach allem, was nun darüber bekannt geworden ist, ist doch klar, welches Missbrauchspotenzial Facebook bietet. Man musste auch vorher schon sehr naiv sein, um dies nicht zu sehen: Für die Putins und Trumps dieser Welt sind digitale Öffentlichkeiten eine Einladung zur Manipulation.

Hilft nur Öffentlichkeit gegen diese Form der Manipulation von Öffentlichkeit? Mit Sicherheit. Aber sie muss nicht notwendigerweise in den datenintensiven Infrastrukturen stattfinden, die alle sozialen Beziehungen (bzw. deren Datenspuren und -strukturen) kapitalisieren. In diesem Sinne werde ich wieder öfter hier auf dem eigenen Blog schreiben. Ich freue mich auf Ihre und Eure Kommentare, Tweets, Blogroll-Links und Pingbacks!

Repositories in Cooperation

Varieties of Cooperation poster It is my great pleasure to welcome you to “Repositories in Cooperation”. Our panel for “Varieties of Cooperation” developed out of preparatory work for the Collaborative Research Center „Media of Cooperation“, in which we have attempted to refocus and reappropriate Susan Leigh Star’s and James Griesemer’s original notion of the boundary object. Within our 2015 workshop on “The Translation of Boundary Objects” we have started to re-engage with a more specific understanding that returns to Star’s list of four type of boundary objects: repositories, ideal types, coincident boundaries and forms/labels. The results of this have now been published in German as “Grenzobjekte und Medienforschung”, along with a translation of ten seminal texts by Star and her collaborators. As Erhard Schüttpelz has shown in his commentary on “This is Not a Boundary Object” all four types deal with the relation between modularity and extendability, with the relation between “parts” and “wholes”. [1]

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Drawing the Social: Jacob Levy Moreno, Sociometry, and the Rise of Network Diagrammatics

Drawing the SocialThis text was originally written for a collaborative volume edited by Ursula Frohne and Anne Thurmann-Jajes on Art ‘In-Formation’. Communication Aesthetics and Network Structures. Within its pre-print publication at the CRC „Media of Cooperation“ it remains in its original form, although research on diagrammatics, the history of networking, and Moreno himself has developed further. Most notably, Moreno’s son-turned-sociologist has written a popular book about him: Jonathan D. Moreno, Impromptu Man: J.L. Moreno and the Origins of Psychodrama, Encounter Culture, and the Social Network (New York: Bellevue Literary Press, 2014).

The following article discusses the combination of graphical methods and network thought in early sociology. It combines a case study of Jacob Levy Moreno’s sociometric work and diagrammatic practice with media-theoretical thoughts about the characteristics of network diagrams. These are understood as inscriptions that perform both an act of drawing and writing at the same time. Moreno’s mappings, as well as other early visual techniques of social research, are understood along Michel Serres’ understanding of the network diagram as a topo­logical narration. Seen from the vantage point of a history of knowledge, Moreno’s sociometric and performative practices can not only be understood as a contribution to social network thought, but as actual research on the cooperative character of human interaction.

Grenzobjekte und Medienforschung

Susan Leigh Star: Grenzobjekt und Medienforschung CoverSusan Leigh Stars (1954–2010) Werk bewegt sich zwischen Infrastrukturforschung, Sozialtheorie, Wissenschaftsgeschichte, Ökologie und Feminismus. Die wegweisenden historischen und ethnografischen Texte der US-amerikanischen Technik- und Wissenschaftssoziologin liegen mit diesem Band erstmals gesammelt auf Deutsch vor. Ihre Arbeiten zu Grenzobjekten, Marginalität, Arbeit, Infrastrukturen und Praxisgemeinschaften werden interdisziplinär kommentiert und auf ihre medienwissenschaftliche Produktivität hin befragt.

Mit Kommentaren von Geoffrey C. Bowker, Cora Bender, Ulrike Bergermann, Monika Dommann, Christine Hanke, Bernhard Nett, Jörg Potthast, Gabriele Schabacher, Cornelius Schubert, Erhard Schüttpelz und Jörg Strübing.

„Grenzobjekte und Medienforschung“ ist im Open Access verfügbar.

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Zukunftspreis des Forschungskollegs der Universität Siegen

FoKoS-Zukunftspreis der Universität Siegen 2017Das Forschungskolleg der Universität Siegen vergibt in diesem Jahr zum ersten Mal den „FoKoS-Zukunftspreis“ für wegweisende, gesellschaftlich relevante interdisziplinäre Forschungsarbeiten. Ich freue mich sehr, dass die fachübergreifende Jury das Buchprojekt „Susan Leigh Star: Grenzobjekte und Medienforschung“ mit ausgezeichnet hat. Die Herausgabe des Bandes war für mich und Nadine Taha eine Herzensangelegenheit – selten gibt es Texte, bei denen man selber immer wieder denkt: Susan Leigh Star und ihre Ko-Autorinnen müssen im deutschsprachigen Raum noch viel bekannter werden! Die Preisverleihung findet am 24. Oktober, ab 17.15 Uhr in den Räumen des Forschungskollegs Siegen statt (Weidenauer Str. 167, 57076 Siegen).

Unser Buch enthält neben erstmalig übersetzten Texten der amerikanischen Technik- und
Wissenschaftsforscherin auch ausgewählte Kommentare aus Sozial-, Kultur- und Technikwissenschaften sowie der Sozioinformatik. Mit „Grenzobjekte und Medienforschung“ versuchen wir, die interdisziplinäre Produktivität von Stars Denken für die Kooperations- und Medienforschung auszuloten. Die Entdeckung dieser bekannten Unbekannten – so Monika Dommann in einem der im Band enthaltenen Kommentare – sollten sich die Sozial- und Kulturwissenschaften, aber auch alle an der Entstehung der digitalen Gesellschaft interessierten Leserinnen und Leser nicht entgehen lassen.

Mehr Informationen zum Buch, das im Open Access und als gedrucktes Buch verfügbar ist, gibt es beim transcript-Verlag.

Presseschau:
„Wegweisende Erkenntnisse: Forschungskolleg der Universität Siegen vergab 1. Zukunftspreis“ , SiegerlandKurier, 26.10.2017.
„Junge Wissenschaftler der Extraklasse“, Siegener Zeitung, 25.10.2017, S. 5.

 

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/18

Erstsemestereinführung Medienwissenschaft 2017Im Wintersemester unterrichte ich nach einiger Zeit in der Forschung wieder am Medienwissenschaftlichen Seminar der Universität Siegen. Mit dabei sind zwei Einführungsveranstaltungen, denn ohne Anfänge gibt es keine Zugänge. Die fortgeschritteneren Bachelorstudierenden dürfen sich auf ein Seminar zu „Grenzobjekten und Medienforschung“ freuen, in dem wir intensiv mit den jüngst auf Deutsch erschienenen Schriften Susan Leigh Stars arbeiten werden. Für Masterstudierende gibt es den direkten Kontakt mit der aktuellen, praxistheoretisch ausgerichteten Forschung im SFB „Medien der Kooperation“ — als Einladung, die kooperativen Praktiken (digitaler) Medien zu verstehen und selber Lust am theoretisch-empirisch Neuen zu entwickeln.

  • Einführung in die Medienwissenschaft (7. Gruppe):
    Seminarsplan (PDF) | LSF | Moodle
  • Einführung in die Medienwissenschaft (8. Gruppe):
    Seminarsplan (PDF) | LSF | Moodle
  • Grenzobjekte und Medienforschung:
    Seminarsplan (PDF) | LSF | Moodle
  • Werkstatt Praxistheorie:
    Termine (PDF) | LSF | Homepage/Plakat

PS. Dieser Blogpost wird laufend aktualisiert.

The Cooperation Coordination Riddle, according to Google Ngram

I was just looking up some etymological details concerning “cooperation” and “coordination.” Google Ngram still is a rather intransparent source, but using it along with the Oxford English Dictionary gives a nice quantitative vs. qualitative account. This blogpost comes without interpretation, but with an embedded ngram. Consider it just being a trace of my work (or Google’s).

Joseph Vogl zur Pathologie der Netzwerke

Gäbe es in diesem Weblog eine Kategorie „Wiedergesehen“, dann müsste das 2010 von Tim Otto Roth mit Joseph Vogl geführte Interview ganz unbedingt in ihr enthalten sein. Von den antiken Flüchen der Orestie, über Schillers dramatische Schurkereien und die politische Ökonomie der Frühen Neuzeit nebst Geheimgesellschaften zum Parlament der Dinge – eine Tour de Force, die unbedingt inspirierend bleibt. Das Gespräch war übrigens Teil des Projekts „facing science“ und entstand anlässlich der Ausstellung 300 Jahre Wissenschaften in Berlin im Martin-Gropius-Bau.

Computing is Work!

Computing is Work! posterWe humans spend most of our waking lives working. Work includes cultural, intellectual, managerial, and emotional labor as well as physical toil. Despite this, most work by humanities and media scholars implicitly treats the study of work as marginal or uninteresting. Even the study of “digital practices” rarely engages with the specifics of the workplace, despite the importance of distributed micro-practices like clickworking. Information technology underpins the transformation of work today, as it has it in the past.

We welcome interdisciplinary contributions that address computing as work practice, both on a local, situated, infrastructural level. Speakers will be exploring many kinds of work, from the work of computerized literary production to the work of scientific research.We believe that close attention to the social processes of work has the cross-cutting potential to integrate a variety of historical, social and ethnographic research approaches, from labor history to the scientific ethnography to the study of media practices as cooperative accomplishments, into a revealing whole.

Computing is Work!
International Conference

July 6–8, 2017

Universität Siegen, Artur-Woll-Haus
Am Eichenhang 50, 57076 Siegen;
Museum für Gegenwartskunst, Siegen

Conveners: Thomas Haigh / Sebastian Giessmann
Keynotes: Matthew Jones, Kjeld Schmidt, Fred Turner, Matthew Kirschenbaum

Program: http://www.socialstudiesof.info/ComputingIsWork.

Supported by the Siegen University iSchool, the Collaborative Research Centre “Media of Cooperation”, Siegen and the Ministry of Innovation, Science and Research North Rhine-Westphalia.

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